Vergleich Postit Wüste zu einem Braindump

Ihr kennt das vielleicht, manchmal weiß man einfach nicht wohin mit seinen Gedanken, fühlt sich überfordert, weil man nicht weiß womit man zuerst anfangen soll und fragt sich wie man sich das alles merken und wann man das alles schaffen soll. Ich kenne das jedenfalls gut und habe für mich eine Lösung gefunden, um nicht ständig “das muss ich mir unbedingt noch merken” oder “das hab ich jetzt total vergessen” oder “eigentlich wollte ich doch noch…” im Kopf zu haben. Noch schlimmer ist eigentlich, wenn man dann anfängt 12 Post Its und 15 Zettel und das am Besten an zich verschiedenen Orten zu lagern.
Die Antwort heißt Braindump, was übersetzt so viel bedeutet wie „das Gehirn entleeren“- klingt jetzt erstmal simpel, aber wisst ihr was, das ist es auch!

Viele lose Klebezettel

Ich könnte jetzt einen langen Text darüber schreiben, dass ich zur besseren Organisation ja mindestens 21467 Planer zur Verfügung habe, aber glaubt mir, mehr Planer können durchaus auch zu noch mehr Verwirrung und Überforderung führen. Warum? Das möchte ich euch kurz an einem Beispiel erklären. Falls ihr hier zum eigentlichen Thema weiterlesen wollt, könnt ihr den nächsten Absatz auch einfach überspringen.

Beispiel aus dem Alltag

Ich sitze gerade bei der Arbeit, vertieft in die Projektplanung unseres neuen Großprojektes und plötzlich kommt ein Kollege vorbei und erwähnt dieses tolle Buch was er letztens gelesen hat und er mir unbedingt empfehlen will. Nur mit einem Ohr aufgeschnappt und im Kopf noch ganz bei dem Arbeitsthema – ich dringend noch an die Nachbudgetierung denken! Etwas später fällt mir bei Recherchen ein Blog vor die Füße, den ich unbedingt lesen will, aber natürlich nicht in der Arbeitszeit. Mache ich heute Abend in Ruhe. Ich arbeite weiter, mein Kopf rattert, da fällt mir ein “Ich muss noch Brot kaufen. Oh super, ich hab ja meinen Planer neben mir liegen, wo schreib ich das jetzt hin *blätter* ach egal, ich mach erstmal weiter, ich werd’s schon nicht vergessen”. …

Ich kürze jetzt ab, denn die meisten von euch sind Frauen und wissen, dass solche Gedankenspiele ins unendliche gehen können. Jetzt sind einige Stunden vergangen. Ich bin müde, endlich zu Hause, erstmal Füße hoch. War ein Spaß, ich habe eine kleine Tochter (3), die will spielen und sieht es aber nicht ein, weswegen sie dafür ihre Schuhe ausziehen muss. Endlich. Kind ausgezogen, Schuhe weggeräumt, Jacken aufgehängt. Zeit fürs Abendessen. Och nö, ich hab das Brot vergessen. Also Kind und mich wieder anziehen. 20 Minuten später dann also nochmal los. Das ist ärgerlich und vor allem hab ich jetzt wirklich viel Zeit verloren, hätte ich es doch nur einfach mal aufgeschrieben. Wieder zu Hause. Kind irgendwann im Bett. Jetzt bestelle ich mir erstmal schnell bei Amazon das Buch, welches mir heute empfohlen wurde. Wie hieß das noch gleich? Irgendwas mit “Gesang und Krebsen”. Google – unser Retter in der Not – lässt mich wissen, dass es “Der Gesang der Flusskrebse” von Delia Owens ist. Gut, wieder Zeit verloren, aber nun endlich im Warenkorb. Dazu noch gleich ein neues Bullet Journal mitbestellt – wenn der Amazon-Mann doch eh einmal kommt. Wollte ich doch eh machen, oder? Der Abend vergeht, ich hab mir das Dexter New Blood Finale angeschaut (nebenbei: ich bin glaube ich die Einzige die es gut findet, aber das ist ein Thema für später mal^^) Im Bad stelle ich fest, ich muss morgen dringend neue Abschminktücher kaufen. Morgen denk ich dran. Ganz sicher. Nach dem üblichen Rundgang liege ich im Bett und da fällt mir ein, ich habe vergessen mir den neuen Blog anzusehen, der mir doch was über “Braindump” erzählen wollte. Wie hieß der noch gleich? …

Ist irgendjemand von euch dabei der sagt “Ohhh, ja, ich weiß genau was sie meint.”? Gut, dann ist ein Braindump vielleicht auch für euch das Richtige!

So funktioniert Braindump

  1. Schreib alles auf. Und zwar absolut alles was euch im Kopf rumschwirrt. Notiert nicht nur euere noch unerledigten beruflichen und privaten ToDos. Sondern auch Einkaufslisten, Blogempfehlungen oder auch zwischenmenschliche Spannungen, Sorgen und Ängste. Schreibt einfach drauflos. Am besten auf einen einfachen Zettel oder eine gesonderte Seite(n) die NUR dafür vorgesehen sind in deinem Planer. Das braucht etwas Übung, weil man anfangs noch etwas zurückhalten ist, kenn ich. ABER ihr werdet merken, danach fühlt man sich entspannter und befreiter.
  2. Was ist wirklich wichtig? Nach der kompletten Entmüllung/Entleerung eures Gehirns macht es nur Sinn alles nochmal durchzusehen und zu sortieren. Manche Dinge erledigen sich auch mal von allein, oder sind dann plötzlich doch unwichtig geworden? Dann durchstreichen! Ist das Buch für mich wirklich so interessant, dass ich mir das bestellen möchte? Muss ich das Brot fürs Abendessen kaufen oder kann das auch mein Partner mitbringen? Hab mich ewig nicht bei Mandy gemeldet – sollte ich jetzt schnell anrufen? Hm, unsere Telefonate dauern länger, also mache ich eine Erinnerung für morgen in meinen Kalender, da habe ich mehr Luft.
  3. Organisation. Das lieb ich ja! Nachdem ich mir einen Überblick verschafft habe, schaue ich welche Vorhaben und Probleme (für mich) wirklich wichtig sind. Aufgaben kann ich unterschiedlichen Kategorien zuordnen, z.B. private Angelegenheiten, Beruf, Familie… und erstelle einen Plan in welcher Reihenfolge sie erledigt werden müssen. Planen, delegieren, gegebenenfalls etwas verschieben je nach Prio. Nun könnt ihr ganz individuell dabei vorgehen. Jetzt kommen die Planer ins Spiel. Aufgaben für morgen, kommen am Abend in mein Bujo, Sachen die erledigt werden müssen, aber nicht sofort, kommen auf meine “Running Task List” (Ringplaner) usw.. Hier kommt meine Listenliebe ins Spiel. Planerfrauen haben für alles eine Liste, oder? Listenbeispiele: To-Buy, Recherche, Wishlist, Bestellungen, Tracker, Running Task List, To-Read List (sorry für das “Denglisch” aber ihr kennt mich ja ^^)…

So einfach geht das?

So könnte ein Braindum aussehen.

Ja. Mehr ist es nicht. Ihr werdet sehen, je länger ihr das macht, desto einfacher fällt es euch und so befreiender wird es. Probiert es einfach mal aus, was habt ihr zu verlieren? Ein Braindump dient maßgeblich zur Stressreduzierung und zumindest mir geholfen besser einzuschlafen. Das Ziel besteht darin, mit der Zeit die eigenen Verhaltensmuster zu erkennen und so belastende Situationen langfristig gar nicht mehr entstehen zu lassen. Vielleicht nehmt ihr euch einfach zu viel vor, dann ist es kein Wunder, dass man nicht alles schaffen kann und abends völlig genervt und frustriert ins Bett geht.

Pro-Tipp: Nehmt euer Braindump auch mit ins Schlafzimmer, neben eurem Bett ist es gut aufgehoben, falls euch nachts noch was einfallen sollte. Wer kennt’s?

Und da habt ihr auch schon die einzige Regel die ihr beachten solltet: Habt euer Braindump IMMER dabei. Zu Hause auf eurem Schreibtisch bringt es euch leider nichts.

Jetzt bin ich auf euere Erfahrungen gespannt. Wer von euch nutzt schon ein Braindump und kann meine Erfahrungen bestätigen, oder wer hat sich angesprochen gefühlt und möchte jetzt mal versuchen sein Gehirn zu entrümpeln?

Meine Unterschrift

2 thoughts on “Chaos im Kopf – Braindump als Lösung

  • Sandra5. Februar 2022 at 12:13 am

    Hallo Tamara,
    danke für diesen tollen Impuls.
    We lange musstest du durchhalten bis du gemerkt hast, dass es dir hilft?
    Ganz liebe Grüße

    Reply
    • Tamara7. Februar 2022 at 12:46 pm

      Hallo Sandra,
      ich habe mich tatsächlich nur mal ein paar Tage zwingen müssen alles einfach aufzuschreiben. Lass das mal eine Woche gedauert haben. Hin und wieder fällt mir dann auch auf, dass ich es wieder vergessen habe und dann sitze ich abends im Bett und denke mir „Mist, hätte ich es mal gleich aufgeschrieben“ und diese Erkenntnis führt dazu, dass ich am nächsten Tag wieder öfter zum Stift greife. Ich wünsche dir viel Erfolg beim ausprobieren.
      Liebe Grüße

      Reply

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